FC Bayern in geschlossener Europaliga: Wieder nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Es ist der Fußball-Aufreger des Tages: Zeitungsmeldungen zufolge planen elf europäische Spitzenklubs, u.a. Real Madrid, Juventus Turin und der FC Bayern München, die Gründung einer geschlossenen Europaliga ohne Auf- und Abstieg. Angeblich hat der FC Bayern bereits vor über zwei Jahren prüfen lassen, ob ein Ausstieg aus der Bundesliga rechtlich möglich wäre. Solche Gedankenspiele sind keineswegs neu. Immer wieder kokettierten die großen europäischen Klubs schon in der Vergangenheit damit, ihr eigenes Ding zu machen. Letztlich haben sich die Gedankenspiele aber immer nur als Drohkulisse der Klubs entpuppt, um gegenüber der UEFA in eine günstigere Verhandlungsposition zu kommen und so die eigenen Interessen besser durchsetzen zu können. Sind die neuen Pläne also wieder nur alter Wein in neuen Schläuchen? Weiterlesen

Ausgeglichene Liga: Begrenzung des Spielerkaders als wirksame Regulierung

Wie lässt sich die Spannung innerhalb einer Liga aufrecht erhalten, wenn sich die Finanzkraftschere immer weiter öffnet? Regelmäßig wird ein „Salary Cap“ – also eine Gehaltsobergrenze – gefordert, wie sie aus dem amerikanischen Teamsport bekannt ist. Ob sich die Obergrenze auf das Gehalt eines einzelnen Spielers bezieht oder ob eine Obergrenze für den gesamten Spielerkader festgelegt wird, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass ein Salary Cap leicht zu umgehen ist, weil Spieler statt regulärer Gehaltszahlungen einfach mit lukrativen Werbeverträgen ausgestattet werden können, die nicht durch die Bücher der Klubs laufen. Auch bei anderen Finanzregulierungen zeigt sich, dass sie äußerst kreativ umgangen werden (können). Deshalb wäre es viel besser, die Größe der Spielerkader zu begrenzen und damit eine wirksame Regulierung einzuführen. Weiterlesen

Alle Jahre wieder: Blasenbildung am Transfermarkt?

Thomas Tuchel findet den Transfermarkt verrückt und Jürgen Klopp denkt wegen des Transfer-Wahnsinns vorsorglich schon mal über sein Karriereende nach – das war nicht jetzt gerade, das war in der Sommerpause 2016. Damals sorgten Gonzalo Higuain und Paul Pogba für mächtig Wirbel, weil sie für Ablösesummen von um die 100 Millionen Euro das Fußballunternehmen wechselten.

In der Sommerpause 2017 sagte Max Eberl im kicker-Interview über den Transfermarkt: „Das ist Wahnsinn, wie Monopoly.“ Und diese Aussage machte er, noch bevor sich der Neymar-Transfer für 222 Millionen Euro von Barcelona nach Paris konkretisierte. Seitdem sagt nicht nur Eberl, seitdem sagen eigentlich alle, der Markt sei verrückt. Weiterlesen

Zufall als Spielgestalter

Am letzten Bundesliga-Spieltag war es mal wieder soweit: Der Zufall hat gnadenlos – und vor allem sehr offensichtlich – zugeschlagen. Allein in Mönchengladbach gab es gegen den HSV zwei mehr als umstrittene Elfmeter. Beide (!) Elfmeter versemmelten die Borussen. Zudem bekam der HSV eine umstrittene Rote Karte und musste über eine Stunde in Unterzahl spielen. Trotzdem holte der abstiegsbedrohte HSV ein 0:0. Wer hätte einen solchen Verlauf und ein solches Ergebnis prognostiziert? Auch in anderen Stadien gab es am 7. Spieltag jede Menge Kuriositäten. An diesem Spieltag war die Rolle des Zufalls für jeden sichtbar. Doch der Zufall ist auch an ganz gewöhnlichen Spieltagen ein ausschlaggebender Faktor. Statistisch gesehen wird fast jedes zweite Spiel durch Glück, Pech und eine überraschende Tagesform entschieden. Dem Blog Fußballwirtschaft habe ich ein Interview zur Rolle des Zufalls im Profifußball gegeben. Das Interview finden Sie hier.